Sat-Breitbandprojekt

Wurmsham: Die bayerische Gemeinde ist Modellkommune für den Breitbandausbau auf Basis leistungsstarker Satellitentechnologie. - Foto: Gemeinde Wurmsham


Alle sollen Gewinner sein

Die Entscheidung ist gefallen: Wurmsham in Bayern ist Modellkommune des Sat-Breitbandprojekts unserer Zeitschrift und der Internetagentur Schott. Sie steht prototypisch für die Probleme vieler Gemeinden beim Ausbau schneller Internet-Zugänge.

Die vermeintlichen Breitbandlösungen für jeden Winkel Deutschlands sind hart in der Realität gelandet. Der mit Minimalmitteln realisierte Pflichtausbau ist weitgehend abgeschlossen. Die LTE-Karawane zieht längst in wirtschaftlich lohnendere Regionen weiter. Bundesweite Anbieter leistungsfähiger Technik jeder Couleur, die andernorts zügig schnelle Anschlüsse verlegen, meiden das „flache Land“ und die Randlagen der Ballungszentren. Es lohnt sich nicht. Ratlos zurück bleiben Hunderte Kommunen, Tausende von Unternehmen sowie Hunderttausende von Haushalten.

Dies zeigt mit aller Deutlichkeit die gemeinsame Initiative der Zeitschrift der gemeinderat und der Internetagentur Schott: Kommune für kostenloses Internet-Projekt gesucht. Zu den fast 100 Teilnehmern gehören sehr viele Kommunen, deren Regionen eigentlich als mit Breitband gut bis sehr gut erschlossen gelten. Doch durch unzählige Orte läuft ein Graben, der breitbandig angebundene Haushalte und Unternehmen von jenen trennt, für die auf viele Jahre hinaus keine Aussicht besteht, einen schnellen Internet-Zugang zu erhalten.

Die jetzt unter den Teilnehmerkommunen des Sat-Breitbandprojektes ausgewählte Modellkommune steht prototypisch für die geschilderten Probleme. „Die Gemeinde Wurmsham ist aktuell unzureichend mit Breitbandanschlüssen versorgt. Im kommenden Jahr wird zwar ein Breitbandausbau mittels Glasfaserkabel mit der Telekom durchgeführt, wobei ein Großteil des privaten und gewerblichen Bedarfes gedeckt wird, viele Haushalte werden allerdings weiterhin un- und unterversorgt bleiben“, heißt es in der Bewerbung. Wenn man jetzt noch weiß, dass die 1313 Einwohner der Gemeinde auf einer Fläche von 28 Quadratkilometern, verteilt auf 91 Gemeindeteile leben, wird klar, dass hier nur eine wirtschaftliche alternative Anschlusstechnologie wie der Satellit als Lösung bleibt.

Neun „zweite Sieger“

Was Breitband „vom Himmel“ leistet, soll aber nicht nur am Beispiel von Wurmsham gezeigt werden. Aufgrund der starken Resonanz auf die Projektausschreibung und des derart offensichtlichen Bedarfs haben sich die Initiatoren zu einem ungewöhnlichen Schritt entschlossen: Es wurden neun weitere Kommunen ausgewählt, die eine kostenlose Breitbandanalyse und Vorschläge zu Sonderkonditionen erhalten.

Die „zweiten Sieger“: Stadt Drebkau (Brandenburg), Gemeinde Mühltal (Hessen), Stadt Kelheim (Bayern), Gemeinde Heede/Ems (Niedersachsen), Gemeinde Großrosseln (Saarland), Gemeinde Eimke (Niedersachsen), Stadt Detmold (Nordrhein-Westfalen), Gemeinde Eberstadt (Baden-Württemberg), Amt Mitteldithmarschen (Schleswig-Holstein).

Außerdem kontaktiert die Agentur auch alle anderen Kommunen, die sich beim Projekt beworben haben, und bietet eine kostenlose Ortsbegehung an, um ihnen zu helfen. Es sollen so alle die Chance erhalten, zu den Gewinnern des Breitbandausbaus zu gehören.

Die Internetagentur Schott kommt nicht mit leeren Händen. Das Unternehmen hat mit der Bochumer STG Kommunikation einen technischen Ansatz zur Marktreife entwickelt, der für hunderte mit Breitband bisher un- und unterversorgte deutsche Kommunen eine zukunftsfähige, leistungsstarke Lösung für die Versorgung von Ortsteilen darstellt. Dabei kann sogar zu einem späteren Zeitpunkt problemlos mit Glasfaser aufgerüstet werden. Der technische Partner STG plant, installiert und wartet Glasfasernetze, Satellitenanlagen, Kabelnetze und Kommunikationsstrukturen in Deutschland und Europa.

Die innovative Lösung bündelt über die Tooway-Technologie hohe Breitbandkapazitäten des für IP-Dienste optimierten Hochleistungssatelliten Ka-Sat von Eutelsat und verteilt diese über die Telefonleitungen. Erreichbar sind Bandbreiten von bis zu 8 Mbit/s im Download und bis zu 1,2 Mbit/s im Upload.

Kommunen bietet dieser Lösungsansatz für die Breitbandversorgung von Ortsteilen wichtige Vorteile. Ein ganz wesentlicher Faktor sind die bis zu 80 Prozent geringeren Kosten inklusive eventuell notwendiger Erdarbeiten für den Aufbau des Netzes und die Verteilung der Bandbreiten. Die Infrastrukturmaßnahmen sind je nach Bundesland förderfähig.

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